UX Design Awards 2022 ➜ Jetzt registrieren!Teilnahmeinformationen Fristen & Termine // Talent Track: Award Winners | Jane Park am 27. Oktober

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Design

Lisa-Marie Rosendorff, Marie A. C. Steinbrügge

Jahr

2021

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences

Lehrende

Prof. Claudius Coenen, Prof. Andrea Krajewski, Christoph Diederichs

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Wir entwickelten das Motto: "Wann helfen interaktive Medien autistischen Menschen wirklich, ihre Bedürfnisse zu erfüllen? Und wann helfen sie nur, den Anpassungsbedarf von Neurotypischen (Nicht-Autisten) für Autisten zu verschleiern?". Diese Maxime setzte eine hohe Erwartungshaltung und forderte uns heraus, ein System zu entwerfen, das ihr entspricht. Hinzu kommt, dass autistische Kinder eine individuelle Verarbeitung von Sinneseindrücken haben und im Unterricht nicht mit emotionalen Reizen gearbeitet werden kann. Ein Lernkonzept muss geregelte Abläufe und Flexibilität in der Gestaltung der Lernsituation bieten sowie eine schrittweise Ablösung der Eltern vom Lernprozess gewährleisten.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Die Höhepunkte des Projekts waren die Begegnungen mit autistischen Menschen, die sowohl menschlich als auch fachlich bereichernd waren. Herausragend war der Besuch bei Autismus Rhein-Main e.V., wo die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen der Zielgruppe verinnerlicht wurden. Angehörige unterstrichen den Wunsch nach interaktiven Produkten, sodass klar wurde: Diesem Thema muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine Art Tiefpunkt innerhalb der Entwicklung trat ein, als der Prozess des Zähneputzens untersucht wurde. Die Tatsache, dass ein scheinbar einfacher Vorgang auf so viele Arten ausgeführt werden kann, zeigte einmal mehr, wie individuell dieses Projekt behandelt werden muss.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Die Vision für AMON ist es, das Konzept auch in anderen Lernprozessen einzusetzen. So ist es Teil des Lebens eines autistischen Kindes, bis es sich zurückzieht und das Kind den Alltag selbstständig meistern kann. Denkbar ist es auch, AMON in Zukunft für Alzheimer-Patienten zu erweitern. Der Ansatz wäre nicht mehr die Begleitung von Lernprozessen, sondern eine Erinnerungshilfe im Alltag ohne Kontrollinstanz im Hintergrund. Ein Stück Selbstständigkeit bewahren für Menschen mit Demenz ist ein positives Anwendungsfeld, das AMON erschließen kann.